As-Shams: A Journey Into the Sun

Wir freuen uns sehr, die südafrikanische Kunstjournalistin, Archivarin und Klangforscherin Atiyyah Khan zu einem akustischen Vortrag über ihr neuestes Zine mit dem Titel „A Journey into the Sun“ begrüßen zu dürfen. Das Zine dokumentiert die Geschichte von As-Shams, einem der ersten Schwarzen Jazz-Plattenlabels in Südafrika, das lange Zeit mit dem legendären Pianisten Abdullah Ibrahim verbunden war, der im Juni dieses Jahres in Deutschland verstorben ist. Es dokumentiert zudem einen ikonischen Plattenladen in Johannesburg, der während der Apartheid als kulturelle Institution überlebte, sowie den visionären Gründer Rashid Vally, der alles ins Rollen brachte.

Wir laden Euch zu einem Gespräch ein, das sich mit weniger bekannter Geschichte befasst, die durch Schallplatten, Hörbeispiele, Archivmaterial, Geschichtenerzählen und narrativen Journalismus ans Licht gebracht wird und ein wichtiges Kapitel der musikalischen und kulturellen Geschichte Südafrikas beleuchtet. Das Zine wurde im Rahmen von Rhythm Alliances, der neunten Ausgabe von Colomboscope im Januar in Sri Lanka, gedruckt und vorgestellt, die von Hajra Haider Karrar von SAVVY als Gastkuratorin gestaltet wurde.

ATIYYAH KHAN  ist Kunstjournalistin, Archivarin, DJ, Klangforscherin und Kulturhistorikerin. Sie stammt ursprünglich aus Johannesburg und lebt derzeit in Kapstadt. Seit 18 Jahren dokumentiert sie Kunst und Kultur in Südafrika, und ihre Arbeiten wurden in bedeutenden Publikationen in Südafrika und im Ausland veröffentlicht. Zu den zentralen Themen ihrer Arbeit zählen räumliche Ungerechtigkeit, unbekannte Geschichten der Apartheid, Jazzgeschichte und Underground-Kunstbewegungen. Im Jahr 2010 erhielt sie ein Pulitzer-Stipendium, das ihr einen Master of Arts in Kunstjournalismus an der USC Annenberg School for Communication and Journalism der University of Southern California in Los Angeles ermöglichte. Sie begann ernsthafter mit dem Sammeln von Schallplatten, als sie 2013 gemeinsam mit anderen Musikliebhaber:innen das Musikkollektiv Future Nostalgia gründete, um gemeinsam Musik zu hören. Das Kollektiv ist eine Plattform, die „Sammler:innen, Selectors, DJs und Digger“ zusammenbringt und überall in Südafrika Listening Sessions veranstaltet.

Neben dem Schreiben und Auflegen arbeitete Atiyyah mit der simbabwischen Choreografin Nora Chipaumire zusammen und tourte international; sie experimentierte mit der Erstellung von Zines, moderierte Radiosendungen bei WorldwideFM (Großbritannien) und derzeit bei J-Wave (Japan) und arbeitet regelmäßig an der Erstellung von Radiosendungen, Podcasts, Klangvorträgen und anderen archivierten Klangwerken. Im Januar 2026 hatte sie ihre erste Ausstellung im Colomboscope in Sri Lanka, bei der sie ihr neuestes Zine A Journey Into The Sun vorstellte, das sich mit Südafrikas erstem Schwarzen Plattenlabel befasst. 

Atiyyah ist der Meinung, das Schönste an der Musik sei, sie mit anderen teilen zu können. In ihren Sets als DJ El Corazon greift sie tief in ihre Plattensammlung, um Klänge wie Jazz, afrikanische und lateinamerikanische Grooves, Rhythmen aus dem Nahen Osten, Dub, Reggae, Gnawa, Cumbia, Taarab, Soul, Funk und vieles mehr miteinander zu verweben. Ihre Sets sind Teil einer klanglichen Reise, die oft verborgene Klänge aufspürt.

Derzeit schreibt sie für verschiedene Publikationen über südafrikanische Kunst und Kultur und setzt ihre Arbeit als DJ und Soundkünstlerin im Rahmen von „Future Nostalgia“ fort.