Oh Man! The World Ends, Masculinity Endures

In diesem Vortrag, der im Rahmen der Untersuchungen von STRÜKTÜR zu neuem Autoritarismus und Populismus gehalten wurde, beleuchtet Ana Teixeira Pinto aktuelle Rahmenbedingungen für den Zusammenbruch von Zivilisationen. Unter dem Titel "Oh Man! The World Ends, Masculinity Endures" (Oh Mann! Die Welt geht unter, die Männlichkeit bleibt bestehen) befasst sich der Beitrag mit Weltuntergangsszenarien, in denen Katastrophen die Männlichkeit von sozialen Zwängen befreien und die Apokalypse als Chance neu definieren.

Eingeleitet von Füsun Türetken und gefolgt von einer Fragerunde, ordnet die Diskussion diese Überlegungen in eine breitere Analyse des zeitgenössischen Autoritarismus ein und untersucht die beunruhigende Hartnäckigkeit von Ideologien, die genau jene Krisen herbeigeführt haben, die sie zu lösen vorgeben.

Der Vortrag fand am 25. Oktober 2025 bei SAVVY Contemporary in Berlin statt, wurde von STRÜKTÜR in Auftrag gegeben und vom Goethe-Institut Visual Art Fund unterstützt.

PROF. DR. ANA TEIXEIRA PINTO  ist eine in Berlin lebende Schriftstellerin, Kulturtheoretikerin und Professorin an der HGB Leipzig. Sie ist Herausgeberin der Sternberg Press-Reihe On the Antipolitical und war Mitorganisatorin der HKW Berlin-Konferenz/Podcast-Reihe „The White West“ sowie Mitherausgeberin der anschließenden Publikation Fascism, Unreason and the Paradox of Modernity. Ihr neues Buch Death Wall (Sternberg Press) erscheint in Kürze.

PROF. DR. FÜSUN TÜRETKEN  ist Architektin, forschungsbasierte Künstlerin, Autorin und Professorin an der HfK Bremen und der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in Den Haag. Ihre Arbeit umfasst visuelle Kultur und kritische Untersuchung, oft geprägt von der Figur des Tricksters als Methode, um institutionelle Strukturen zu navigieren und festgefahrene Hierarchien zu untergraben. Ihre Doktorarbeit On the Most Powerful Catalyst on the Planet analysiert die Rolle von Metallen in Konflikten, der Finanzwelt, Umweltkrisen und dem (digitalen) Kolonialismus. Zu ihren Veröffentlichungen gehören Breathing Space, „The Amalgamated Toxicity of Ground Zero” in Forensis: The Architecture of Public Truth (Sternberg Press, 2014), Gold. Alchemic Desire in Swiss Psychotropic Gold (Christoph Merian Verlag, 2020), Neodymium: Superconductive Lifelines for Metallic Monsters (Umbau, Ausgabe 3, 2024) und Where They Hide the Clouds (Acid Clouds, NAi Publishers, 2024). Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit hat Füsun ihre Arbeiten auf der Biennale in Venedig, im STUK, im EYE Film Museum, beim Impakt Festival und an anderen internationalen Veranstaltungsorten gezeigt.

Als Co-Vorsitzende von STRÜKTÜR, einem in Berlin ansässigen Verein für künstlerischen Austausch, entwickelt sie transdisziplinäre, sozial engagierte kuratorische und künstlerische Forschungspraktiken, die kollektive Untersuchungen an der Schnittstelle von Kunst, Politik und Theorie in den Vordergrund stellen. Durch ein Residenzprogramm, die Publikationsplattform Reading Room und eine Reihe öffentlicher Programme unterstützt STRÜKTÜR aktiv die künstlerische Forschung und fördert einen kritischen Kunstdiskurs über Grenzen, Gemeinschaften und Generationen hinweg.